Donnerstag, 19. August 2010

Alarmstufe Rot in Mesopotamien

Die Meldungen beherrschen die Nachrichten. Die USA ziehen ihre Kampftruppen aus dem Irak ab. Hier klingeln bei mir bereits die Alarmglocken. Mit dem Abzug geben die USA den Irak den Interessen seines Nachbarns, des Irans frei. Dieser hat kein Interesse an einem starken, souveränen Irak und würde sich am liebsten den schiitischen Süden des Landes einverleiben. Derweil ist der Iran schon seit Jahren fleißig dabei den Irak zu destabilisieren, jedoch hatten die US-Streitkräfte die Lage in Mesopotamien einigermaßen stabilisieren können. Nun soll sich der Irak, der noch sehr schwach ist selbst aus dem Dreck ziehen. Daran ändern auch nicht die Ausbilder, die im Irak bleiben sollen, etwas. Ich befürchte, der Irak wird in eine instabile Lage zurückfallen und entweder in einem Bürgerkrieg zerfallen, oder einem blutrünstigen Diktator zufallen. Vermutlich sogar noch schlimmer als Saddam Hussein.

Die Amerikaner hätten, so unbeliebt der Einsatz im nahen Osten ist, keinen Abzugstermin festmachen dürfen. Selbst wenn sie sich, wie es in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg, nur in ihre Kasernen zurückgezogen hätten, hätten sie das Land mit ihrer Präsenz ungemein stabilisiert. Zusätzlich hätten sie einen strategisch ausgezeichneten Stützpunkt gehabt um Außenpolitik im Nahen Osten führen zu können. Das gleiche Schicksal wird alsbald Afghanistan treffen, wo sich die Taliban ohne Widerstand westlicher Armeen innerhalb kürzester Zeit das Land wieder einverleiben werden.

Schade um die Demokratie, schade um die vielen Menschen, die sterben werden.